Adolf Eigl

OÖ. Landeshauptmann der Beamtenregierung nach dem II. Weltkrieg.

* 1889    † 1958

 

Studierter Jurist

Adolf Eigl stammte aus einer Juristenfamilie. Er absolvierte das Akademische Gymnasium Spittelwiese in Linz und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Wien und Heidelberg. Während seines Studiums wurde er im Wintersemester 1902/03 Mitglied der Burschenschaft Oberösterreicher Germanen Wien. 1912 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften.

Beamter des Landes Oberösterreich

Er war bereits in der k.u.k. Monarchie, der Ersten Republik, dem Ständestaat und dem Nationalsozialismus (Reichsstatthalter von Oberdonau) in unterschiedlichen Positionen in der Verwaltung des Bundeslandes Oberösterreich tätig gewesen. Eigls Vorgesetzte bescheinigten ihm Diensteifer, der das Maß normaler Pflichterfüllung überstieg, großes berufliches Verständnis und eine hohe juridische Begabung.

Adolf Eigl hatte von 1923 bis 1938 der „Anthroposophischen Gesellschaft“ angehört, die von den Nationalsozialisten verboten worden war. Er war von 1928 bis Ende 1937 Leiter des Linzer Zweiges der „Anthroposophischen Gesellschaft“. Die Gesellschaft löste sich nach dem Anschluss selber auf. Eigl sympathisierte in der Zwischenkriegszeit zwar mit nationalen Kreisen, trat aber nie der Großdeutschen Volkspartei bei und setzte sich nach dem Anschluss für den inhaftierten Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Lorenzoni ein. Außerdem warnte er Eltern davor, ihre behinderten Kinder in staatliche Anstalten zu geben und rettete sie damit vor der Ermordung.

Trotzdem blieb er Beamter des Landes, verlor aber seine Machtpositionen. Er versuchte in die NSDAP aufgenommen zu werden, wurde aber abgelehnt. 1941 durchsuchte die Gestapo sein Haus.

Als die US-Streitkräfte am Ende des Krieges gegen Linz vorrückten, verließen Gauleiter Eigruber und der Regierungspräsident Dr. Palten die Stadt. Eigl war daraufhin der höchste in Linz verbliebene Beamte.

Vier Monate Landeshauptmann von Oberösterreich

Um nach dem Ende des Weltkrieges wieder für Kontinuität in der Verwaltung zu sorgen wurde Adolf Eigl von der amerikanischen Besatzungsmacht mit der Regierungsbildung beauftragt. Vom 16. Mai 1945 an war er damit Landeshauptmann von Oberösterreich. Adolf Eigl war parteilos, gehörte dem liberal-nationalen Lager an.

Am 22. August 1945 wurde er seines Amtes enthoben und im amerikanischen Anhaltelager für prominente Nationalsozialisten (Glasenbach bei Salzburg) inhaftiert, wo er bis Juni 1946 blieb. Seit Mitte Juli wurde die Entnazifizierung in Oberösterreich streng nach Handbuch durchgeführt. Die Vorschriften orientierten sich dabei nicht an individueller Schuld sondern an der Position bzw. der Stellung, die der Einzelne im Dritten Reich inne gehabt hatte. Vom „Automatic Arrest“ war jeder betroffen, der unter den Nationalsozialisten den Titel eines Regierungsrates oder einen höheren Titel erhalten hatte. Nachdem Eigl 1939 Regierungsdirektor geworden war, kamen diese Bestimmungen auf ihn zur Anwendung.

Nach der Rückkehr aus dem Internierungslager wurde er beurlaubt und zum 30. Juni 1948 pensioniert.

Ehrengrab am St. Barbara Friedhof

Adolf Eigl starb am 05.03.1958 an den Folgen eines Herzinfarktes. Er liegt am St. Barbara Friedhof in Linz begraben.

Links und Quellen


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